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El-Zaher Parkmassaker

19.12.04

An diesem Morgen präsentierte sich die Welt unmenschlich und unserem Vorhaben feindlich gesinnt, als wir uns auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt machten. Aus der nächtlichen Neuschnee-Idylle wurde innert wenigen Stunden eine bitterkalte Hölle aus Schnee, Matsch, Eis und Salz. Abwechselnd regnete und schneite es so, als könnte sich Mutter Natur nicht entscheiden, mit was sie uns härter treffen kann. Zu unser aller Erstaunen fanden sich innerhalb weniger Minuten nach Mittag doch 19 Kontrahenten mit Anhang ein, fest entschlossen, den Sonntag nicht faul im warmen Bett sondern strampelnd und keuchend auf dem Rad zu verbringen.

Nach den üblichen Instruktionen und dem Hinweis auf die zwei aus niedrigen Zäunen bestehenden Hürden ging es auch gleich zur Sache und das Feld ging sofort ab wie Pressluft. Die üblichen Verdächtigen stürmten sogleich zu ihren Maschinen und versuchten möglichst viel Land zu gewinnen. Nach der ersten Hürde stiessen sie auf die Tücken des Kurses und der Witterung: die MTB-Reifen griffen auf dem Neuschnee nur mässig, was Benno auf seinem Querrad natürlich freute. In der Folge führte er das Feld über mehrere Runden an, während sich die hinteren Ränge langsam zu lichten begannen. Er war auch der Erste, der die Hürden souverän und leichtfüssig mit geschultertem Rad übersprang. Andrea Kocher als führende Frau des Gesamtklassements kam mit den Gegebenheiten der Rundfahrt leider nicht so optimal zurecht und schied ziemlich früh aus. Trotzdem sahen viele der männlichen Rivalen ihr pinkfarbenes Leaderinnen-Röckchen nur von hinten.

In der zweiten Hälfte kam es Runde für Runde zu Positionswechseln in der Spitzengruppe und es schien, dass man zum ersten mal ein taktisches Verhalten gewisser Teilnehmer beobachten konnte. Gegen Ende übernahm der GPDL-Leader Reto Wälchli die Führung und zog so davon, dass er bald mit einer halben Runde Vorsprung das Rennen kontrollierte und den Rest des Feldes in Schach hielt. Benno versuchte seinen zweiten Platz gegen Patrick Wettstein, der langsam aber konstant von einem vierten Platz an Michael Brönnimann vorbei nach vorne drang, tapfer zu behaupten, was ihm leider nur bis drei Runden vor Schluss gelang. So beeindruckte Reto Wälchli auf ein Neues die Zuschauer mit seiner Ausdauer und kam als Erster ins Ziel, auf dem zweiten Platz folgte Patrick Wettstein, der sich mit Biss und Hartnäckigkeit aufs Podium gekämpft hatte, und an dritter Stelle traf unter grossem Applaus Benno Meier ein, der für seinen doch etwas legčren Lebenswandel bekannt ist und eine grossartige Leistung vollbrachte, auch wenn er jede Runde laut fluchend am Checkpoint vorbei fuhr und auf ein frühzeitiges Ausscheiden hoffte.

Alles in allem war es ein grossartiger Anlass, auch wenn uns allen beinahe die Zehen abgefroren wären. Zufrieden und glücklich machten wir uns über die Backwaren der Bäckerei Jung her und wärmten uns mit dem vom Transa offerierten und von Sparty servierten Glühwein. Da einige Teilnehmer kurz vor dem Erfrierungstod zu stehen schienen (armer Patrick) schritt man bald zur Preisverleihung und nach einer kleinen Ansprache hatten auch bereits alle Trophäen ein neues Zuhause gefunden: Andrea als führende Frau (wir suchen Kontrahentinnen, bitte melden) schnappte sich ein Eddy-Merckx-Trikot aus dem Backyard, Reto entschied sich für den Satz Reifen von Radlos und Benno brauchte schon lange einen neuen Helm, den das Wheelhouse zum Glück als Preis zur Verfügung gestellt hatte. Nach kollegialem Schulterklopfen und ein paar Gratulationen liess der harte Kern noch mal die Highlights der Rundfahrt Revue passieren und dann begaben sich alle erschöpft aber glücklich auf den Heimweg, mit dem Versprechen, zum Parkhausmassaker am 30. Januar in geschlossener Formation wieder zu erscheinen.

Wir freuen uns und danken allen Sponsoren, Helfern, Teilnehmern und Freunden, die uns unterstützen und durch die diese Serie erst möglich wird.

Die Parkmassaker-Kru