Zu unser aller Freude und Erstaunen erschienen zum Auftakt der Parkmassaker-Saison 04/05 und dem zugehörigen Grand Prix de Luxe unheimlich viele Teilnehmer und Zuschauer, was die Rennleitung erst etwas beunruhigte und vor eine grosse logistische Aufgabe stellte. Nach ersten Wirren und etwas Chaos beruhigte sich die Lage aber zunehmend und um 12:30 hatte jeder seine Startnummer am Velo und war auf dem Weg zum Rundkurs. Mit Andrea Kocher nahm zum ersten mal seit Langem auch wieder eine Frau an einem Parkmassaker teil. Mädels, nehmt euch an ihr ein Beispiel!
Mit 30 Teilnehmern war ein neues Maximum erreicht und das Starterfeld voll, so dass einige Nachzügler sogar abgewiesen werden mussten. Nach einer kurzen Begrüssung und Einführung durch die Rennleitung wurde auch schon der Kurs abgeschritten und von freiwilligen Helfern gesichert, die sich spontan unter den vielen Zuschauern fanden.
Beim Le-Mans-Start zeichnete sich schon klar ab, dass es ein hartes Rennen werden würde: Das Feld schenkte sich bereits auf den ersten Metern keinen Fingerbreit. Durch die daraus resultierenden Behinderungen und das Gedränge im Flaschenhals an der Brücke entschloss sich die Rennleitung, die erste Runde nicht zu werten und als Warm-Up zu betrachten. Leider kam es anhand der weichen Passagen auf der Wiese und dem dadurch im Profil hängen gebliebenen Dreck auf dem Plattenweg zu ein paar spektakulären Stürzen, bei denen sich zum Glück niemand ernsthaft verletzte. Trotzdem verschlug es den Zuschauer ab und zu den Atem, vor allem als Benno Meier und Tinu Schütz Seite an Seite in einem akrobatischen Hochseilakt zusammen über die nur einen Meter breite Brücke fuhren. Unfreiwillige Drifts vollführten zur Unterhaltung aller Anwesenden auch Patrick Wettstein, Michael Brönnimann, Urs Krummenacher und noch einige weitere Teilnehmer. Nach den ersten Runden lichtete sich das Feld langsam und es zeichnete sich ab, dass es Patrick Wettstein nicht gelingen würde, den Titel und das Leader Trikot zu verteidigen und an seine Sieges-Serie vom Vorjahr anzuknüpfen. Reto Wälchli erwies sich als grosse überraschung und dominierte das Geschehen deutlich nach der Hälfte der Rundfahrt. Nach Ausruf der letzten Wertungsrunde gelang es Patrick Wettstein mit letzter Kraft und dem Mut des Verzweifelten den auf dem dritten Platz liegenden Jürg Fuhrimann, als einziger in der Spitzengruppe auf einem Querrad unterwegs, doch noch kurz vor der Brücke auf den vierten Rang zu verweisen, was er aber mit einem Einbruch in der Schlussrunde büssen musste. So glich der Schlusssprint mehr einem lockeren Ausfahren, während Reto Wälchli mit Bravour als Erster ins Ziel kam, gefolgt von einem zufriedenen Michael Brönnimann, dem man die Anstrengungen der letzten Runden überhaupt nicht ansah. Andrea Kocher wurde als einzige weibliche Teilnehmerin erstplatzierte Frau, distanzierte aber dabei viele ihrer männlichen Rivalen um ein Weites. Wir gratulieren ihr ganz herzlich für ihren Mut und Biss, mit dem sie sich in einem rücksichtslosen Feld behauptete.
Nach dieser Pause für das leibliche Wohl schritt man zur Preisverleihung, im Rahmen dieser sich Andrea für die Reifen von Indian Summer entschied, das Trikot aus dem Backyard mit Reto einen neuen Besitzer fand, Michael sich über die Pumpe von der Velobörse freute und Patrick den Helm vom Wheelhouse annektierte. Danach machten sich alle gemächlich auf den Heimweg, um die klammen Finger aufzutauen, und die Parkmassaker-Kru begann das Protokoll auszuwerten.
Leider konnte sich in einem Moment der Unachtsamkeit ein streunender Hund des letzten Gebäcks mitsamt Protokoll und Haftungsausschlüssen bemächtigen. Trotz sofortigen Eingreifens der gesamten Parkmassaker-Kru konnten der reissenden Bestie nur noch Fragmente der Unterlagen entrungen werden. Mit akribischer Präzision versuchten wir die Rangliste zu rekonstruieren, dennoch kann es zu Unstimmigkeiten und Abweichungen gekommen sein. Wir bedauern diesen Umstand zutiefst und bitten Betroffene sich per E-Mail zu melden. Besten Dank allen Sponsoren, Teilnehmern, Zuschauern, Helfern und Sympathisanten und wir freuen uns, euch alle wieder am 19. Dezember begrüssen zu dürfen. Bis dahin gute Fahrt.
Die Parkmassaker-Kru