An diesem herrlichen aber doch kalten Morgen gelang es sogar einigen Mitgliedern der PM-Kru nur mit erheblicher Mühe aus dem Bett zu steigen, um so grösser war dann aber die Freude, dass sich doch so viele Teilnehmer rechtzeitig am Treffpunkt eingefunden hatten. Sogar Markus schaffte es präsent zu sein, unser Parkmassaker-Azubi Benno jedoch schien trotz Première und entgegen allen unseren Bemühungen partout nicht aus dem Koma aufwachen zu wollen. Cécile war leider an einem Kongress, so dass wir kurzerhand Markus die Apotheke übergaben und auf einen glimpflichen Verlauf der Rundfahrt hofften. Zum Glück war Sven als Vertreter der PM-Sektion Basel auch mit von der Partie und unterstützte unsere Kru tatkräftig bei der Fahrer-Erfassung und Nummernausgabe.
Während die Formalitäten so ihren Lauf nahmen schlug sich die Rennleitung bereits vor Ort durch dornenbewehrtes Gebüsch und brachte den Kurs auf Vordermann. Dieser führte über eine grosse Wiese mit drei weit versetzten Wendepunkten, um nachher über eine steinige Kuppe in einen Kiesweg unter Platanen zu münden. Am Ende dessen führte eine enge Kurve durch eine Hecke zu einem kurzen, steilen Hang, der nur mit Schwung zu bewältigen war, wenn vorher die Ideal-Linie präzis genug getroffen worden ist. Oben angekommen folgte nach einer scharfen Rechtskehre ein holpriger Singletrail, der zu einer abfallenden Steilwandkurve wurde und in einer Senke endete, die in einer komplexen Links-Rechts-Kombination gemeistert werden musste. Erneut galt es einen steilen Anstieg zu überwinden, der manchen Antrieb ächzen und knacken liess, um dann über einen kleinen Drop genug Tempo mit auf die Wiese zu nehmen.
Nachdem der Kurs abgeschritten worden war sammelte sich das Starterfeld zwischen den Hügeln unter dem Singletrail und wartete auf die Freigabe des Rennens durch Raffi, der auch gleich seiner Aufgabe nachkam und die Meute auf den Kurs schickte. Für die Zuschauer gut ersichtlich kam es bereits zu den ersten Positionskämpfen und es sah so aus, als würde Sven Mumenthaler vorerst das Tempo bestimmen. Spätestens nach der Wiese im Anstieg zur Kuppe wurde aber klar, dass sich der Rest des Feldes dies nicht gefallen lassen würde: Reto Wälchli als Punkte-Leader versuchte nach einem schlechten Start mehrere Plätze zugleich gutzumachen und endete bereits in der zweiten Runde mit einem technischen Defekt abseits der Piste im Gebüsch. Dadurch bevorteilt rissen sich Res Zinniker, Michael Seger, Dominik Allenspach und Reto Clerici vom Feld los und bildeten eine Fluchtgruppe, während Reto Wälchli, da er noch nicht überrundet war, auf dem Quer-Velo von Raffi die Verfolgung aufnahm. Man darf hier schon anmerken, dass er sich trotz inkompatiblem Pedal-System und fremdem Velo Runde für Runde nach vorne schob. Nicht ganz so vorteilhaft erging es Christoph Vetter mit der Startnummer 13, der am Ende des Singletrails vor der Schikane stürzte und in Folge leider ausschied. Er war jedoch der einzige Teilnehmer mit einem Quer-Fixie, das durch Titanrahmen und Carbongabel sicher eines der schönsten zu bestaunenden Räder war.
Das Feld lichtete sich nur langsam und nach den ersten paar Runden war auch den Zuschauern klar, dass dieser Kurs den Fahrern nicht nur Kraft und Ausdauer abverlangte, sondern auch ein Höchstmass an Konzentration und technischem Geschick erforderte. Manches Gesicht sprach Bände über Leid und Tortur und trotzdem wollte keiner aufgeben, auch wenn sicher mancher insgeheim auf eine Überrundung durch die Spitze hoffte. Diese wurde durch Res Zinniker eindeutig dominiert, der seinen Rhythmus gefunden hatte und mit souveränem Elan das Feld anführte. Dahinter kam es zu unerbittlichen Positionskämpfen und man sah den einen oder anderen grimmigen Blick gefolgt von impulsiven Attacken, die aber leider oft an der technischen Beschaffenheit des Kurses scheiterten. So musste doch ab und zu geschoben, getragen oder nach harmlosen Stürzen wieder aufgesprungen werden, weshalb auch die Zuschauer sicher auf ihre Kosten gekommen sind: Trotz teils spektakulären Manövern kam aber niemand zu Schaden und ausser etwas Dreck an der Kleidung und Gestrüpp zwischen den Speichen erzählte nichts von Ausrutschern, Überschlägen und Karambolagen. Auch Michael Seger musste merken, dass auf gefrorenem Untergrund eine gute Traktion nicht selbstverständlich ist.
Gegen Ende dieser Rundfahrt wurde es in Bezug auf den Grand Prix de Luxe dann noch mal richtig spannend, als Michael Seger versuchte, sich von Dominik Allenspach abzusetzen um den zweiten Platz und zusätzliche Bonus-Punkte zu sichern. Da Reto Leupp nicht erschienen war konnte plötzlich wieder auf Sieg gespielt werden und alles war offen. Doch Dominik biss sich derart an Michaels Hinterrad fest, dass dieser sogar beim Fluchtversuch stürzte und Dominik vorbeiziehen lassen musste. So kam Res Zinniker vor Dominik Allenspach und Michael Seger ins Ziel, was dem Grand Prix de Luxe ein völlig neues Ende eröffnet. Michael Seger, der zum dritten mal in Folge Dritter wurde, befindet sich nun mit 530 Punkten auf Rang zwei, gefolgt von Res Zinniker mit 520 Punkten auf Rang drei. Reto Wälchli, bis jetzt immer noch Parkmassaker-Leader, führt das Klassement mit 580 Punkten an und wurde trotz Defekt noch Fünfter. Reto Leupp konnte leider nicht erscheinen, da er die Querfahrer an der WM in Zeddam betreuen musste. Er befindet sich aber mit 390 Punkten auf Platz 4, gefolgt von Dominik Allenspach mit 330 Punkten, der sich durch diesen 2. Platz beim Jayant-Smarak Parkmassaker in der Gesamtwertung nach vorne katapultierte. Doch auch Uwe Trummer und Reto Clerici können ihm seine Position noch streitig machen. Deshalb wird es wohl am 26. Februar zum ultimativen Finale kommen, wenn die Sieger des diesjährigen Grand Prix de Luxe erkoren werden.
Nach einem grossartigen Applaus für dieses spannende Rennen und die ausserordentliche Leistung aller Teilnehmer, begann Wälde vom Transa den Glühwein auszuschenken und die Menge machte sich über die Leckereien der Bäckerei Jung her. Plötzlich gesellten sich Leute aus den umliegenden Häusern dazu, die das Geschehen von ihren Stubenfenstern aus verfolgt hatten, erkundigten sich neugierig nach Sinn und Zweck und sprachen uns ihren Respekt aus. Ungezwungen wurde geplaudert bis die Kälte dazu zwang, zum Schluss zu kommen und die Siegerehrung einzuleiten: Res enschied sich für den Gutschein von Turbinenbräu, Dominik für das Trikot vom Backyard und Michael für ein weiteres Bundle von Biroma.
Res ermöglichte noch allen Interessenten ihre Plakat-Kollektion zu vervollständigen und die Flyer für die nächste Rundfahrt in Basel und Zürich fanden regen Absatz. Dann aber machte sich doch bei allen langsam die Kälte und Erschöpfung bemerkbar und man beschloss nach einem wunderschönen gemeinsamen Mittag wieder getrennte Wege zu gehen, um sich am 12. Februar in Basel oder am 26. Februar in Zürich wieder zu treffen. Schon bald gilt es wieder Abschied zu nehmen von der diesjährigen Parkmassaker-Saison und das Feld freizugeben für die Jungs vom Pizza-Cup. Doch bis es soweit ist heisst es noch einmal Zorn Parkmassaker Ahoi und Tundikhel wir kommen!
Bis zum nächsten Mal und alles Gute
Die Parkmassaker-Kru