Grand Prix Deluxe Serie Grand Prix Deluxe Trikot Sponsoren Logo
Home

PM Basel
PM Zürich > PARKMASSAKER > SEASON 07/08 > FITNESSPARK > REVIEW

Fitnesspark-Massaker

24.02.2008

Die diesjährige Saison wurde mit dem Fitnesspark-Massaker abgeschlossen, dessen Fotovorlage zur Illustration tatsächlich in den Räumen des real existierenden Fitnesspark geschossen wurde (vom Velo-Züri-Chef Chrigel Braun), wofür sich die Rennleitung erst einer 2-stündigen Spinning-Lektion unterziehen musste. Als Züri-Leu und verfolgender Statist fungiert einer unserer Hauptsponsoren, der aber an dieser Stelle nicht genannt werden möchte. Nun, wir denken sein Shirt spricht für sich...

Für alle, die dies noch nicht selber bemerkt haben, sei hier noch mal das Gestaltungskonzept der Plakat-Serie 07/08 erläutert: Als Themen fungierten diesmal alles bestehende "Parks", die aber mit Grünflächen und Naherholungsräumen auch im Entferntesten rein gar nichts zu tun haben, jedoch alle in ihrer speziellen Form tatsächlich vorhanden sind. Bisher haben wir mit den Plakaten immer noch ein wenig Erdkunde betrieben, diese Saison wollten wir mal etwas anderes ausprobieren, was uns wohl auch gelungen ist. Ein paar wenige Sets sind immer noch erhältlich und können gerne hier betrachtet und bestellt werden. Das ist aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, denn sollten uns die Sterne (und Sponsoren) günstig stehen, werden wir für die nächste Saison noch mal richtig aufrüsten, ganz im Sinn von Uwe Trummers Unterarm-Tättowierung: "don't give up, never give up".

An diesem wunderschönen und für ende Februar aussergewöhnlich warmen Sonntag fanden sich überdurchschnittlich viele Teilnehmer auf dem Zürichberg an der Bergstation der Dolderbahn ein und mussten leider erst mal Schlange stehen, weil unser Zulieferer der für die Startnummern-Ausgabe benötigten Kabelbinder eine Horde extra für diesen Anlass angereister Leipziger betreute und sich im Rahmen dieser Aufgabe doch etwas mehr als nötig verspätete, angeblich standen sie am Bellevue im Stau. Langer Rede kurzer Sinn, nicht nur die Berner sind langsam und schlussendlich musste das Teilnehmerfeld mit handgemalten Startnummern auf 36 erhöht werden, weil nicht mehr nachzuvollziehen war, wer nun in welcher Reihenfolge am Treffpunkt erschienen ist. Es wird aber weiterhin das Maximum von 30 Leuten pro Rundfahrt gelten, da die Rennleitung und ihre Sport-Komissäre sonst völlig den Überblick verlieren und das die Verlässlichkeit der Ranglisten massiv reduzieren würde. Wer kennt einen angehenden Elektro-Ingenieur, der mit uns eine elektronische Zeitmessung auf der Basis von geboosteten RF-ID-Chip-Transpondern entwickeln würde, deren Signal mittels Bodenkabel und einer Symbian-, Pocket-PC- oder Palm-basierenden Soft auf einem Organizer getriggert werden könnte? Wem das alles nichts sagt liest einfach weiter und kommt hoffentlich trotzdem noch an unsere Anlässe.

Zu den Leipzigern hinzu tauchte Frank Patitz auf, der Vater von Retrovelo und Erfinder des Audiovelo-Soundsystems, der gerade in Basel an der twoo weilte und deshalb kurz rüber kam. Auch wurden wir durch den unangemeldeten Besuch von Claudio Caluori überrascht, der direkt von der Entbindung seines zweiten Sohnes Chandro aus dem Spital zu uns kam. Ebenso stiessen auch noch Giulio Grazzi dazu, unser ehemaliger Parkmassaker-Hoffotograf, und Sergio "Dr." Sovsky, der wohl kreativste Kopf in der Zürcher Untergrund-Bikeschmiede.

Als sich der Trubel beim Einschreiben langsam gelegt hatte (Wieso schaffen es noch immer nicht alle, ein bereits ausgefülltes Formular mitzubringen, huäresiächnomal?), zog die ganze Gesellschaft in Richtung Dolder Grand, das gerade für etliche Millionen renoviert, umgebaut und erweitert wurde, so dass zum ersten mal seit 100 Jahren der in unmittelbarer Nähe liegenden Golfplatz nicht von den Argusaugen der Rezeption überwacht wurde und einer gemütlichen Rundfahrt über Roughs, Fairways, Greens und um die Bunker nichts im Wege stand. Zusätzlich wurden alle Anwesenden mit einer herrlichen Aussicht belohnt und da beim Betreten der Anlage weit und breit weder eine zuständige Ansprechperson noch ein Verbot-Schild zu entdecken war, machte sich langsam aber stetig in allen Gesichtern ein grosses Grinsen breit und die Vorfreude und Spannung stieg ins Unerträgliche. Claudio war noch so durch den Wind von den nächtlichen Anstrengungen zum Beistand seiner Frau bei der Entbindung, dass er sogar vergass den Sattel an dem 24"-Klunker namens Otto hochzustellen.

Endlich aber waren alle Velos platziert, die letzten Fragen geklärt und alle bereit, diese riesengrossen Spielwiese zu rocken bis die Fetzen fliegen, so dass dem bevorstehenden Massenstart langsam grünes Licht gegeben werden konnte. Die Rennleitung war als kleines Kind oft an diesem "Idioten-Hügel" Schlittenfahren, zu einer Zeit, als es im Winter in Zürich noch Schnee gab und auch die elterliche Idylle noch harmonisch funktionierte. Mit etwas Wehmut aber äusserst zufrieden, dass sich nun der Kreis hier und jetzt zu schliessen schien, betrachtete sie das Feld der Starter wie ein Feldherr, der seine Truppen im Wissen um den sicheren Sieg in die Schlacht schickt. Die grosse Sonnenbrille verdeckte nicht nur die Spuren der letzten Nacht sondern auch die sich zwischen den Augenliedern sammelnden Anzeichen von Sentimentalität, so dass die zur Bändigung dieses Sauhaufens nötige Autorität trotz der Verweigerung des Paten-Sohnes, der die Start-Flagge hätte schwenken sollen, nicht untergraben wurde.

Kurz nach dem Start, der nicht für alle ganz reibungslos ablief (Wo zum Teufel ist mein Velo?), führte der Kurs gleich um einen Wendepunkt scharf nach Links in die Abfahrt, die in diesem den Fahrern bevorstehenden Rundkurs die einzige Stelle war, wo man die Beine kurz etwas hängen lassen konnte. Dafür konnte man nach dieser Schussfahrt die zu umrundende Baumgruppe in krasser Schräglage anfahren, was die bevorstehenden Strapazen vielleicht etwas zu mildern vermochte. Denn nach diesem halben Karussell mussten erst wieder ein paar der vorher abgefahrenen Höhenmeter kompensiert werden, bevor die Fahrer zum ersten Green gelangten, auf dem sie einem Bunker entlang zum übelsten Stück der Strecke kamen, dem nassen und sumpfigen Rough, dass enorm an den Kräften der Fahrer zehrte und den darauf folgenden Anstieg zum zweiten Green für viele zur Kletter- und Tragepartie werden liess. Danach folgte noch ein kleines Nadelöhr zwischen zwei Bäumen hindurch und schliesslich kamen die Fahrer wieder zum Ausgangspunkt der Rundfahrt, die trotz der vielen Teilnehmer durch den übernatürlichen Ehrgeiz eines Einzelnen viel kürzer ausfiel als erwartet.

So kam es, dass David Baumann, der mit seinen Helfern (Wo ist die Verpflegungszone?) aus Baden angereist war, vom Start weg Vollgas fuhr und bereits in der zweiten Runde das Feld von hinten aufzurollen begann, so dass gleich sechs Fahrer überrundet wurden und somit ausschieden. So etwas gab es in der Geschichte der Parkmassaker noch nie und als wäre dies noch nicht genug, fuhr er so ungebremst weiter nach vorne und mischte in den folgenden sieben Runden alles auf, was bei drei nicht auf dem Baum war. Nun, wir zollen ihm für seine Leistung aus einer sportlichen Perspektive sicher einen gewissen Respekt, er ist trotz seines ungewohnten Kostüms auf dem Velo ein richtiges Tier, würden es aber begrüssen, wenn beim nächsten mal dem Geist der Parkmassaker als Rundfahrten für alle ein wenig Verständnis entgegengebracht würde und er anstatt alles niederzumachen, was sich ihm in den Weg stellt, einfach mal ein paar Runden locker mitfahren würde, um das Feld von der Spitze her zu kontrollieren. Das macht erstens auch den Zuschauern mehr Spass und gibt den etwas schwächeren Fahrern trotzdem die Möglichkeit, sich in den hinteren Rängen am ende einer Runde um Positionen und Punkte zu streiten. Ich führe zum Zweck der Veranschaulichung dieser Taktik den legendären Reto Wälchli an, der ein Meister aller Klassen in diesem Metier ist.

So wurde der Bikezone-Team-Kollege Philipp Brack auch noch Zweiter, obwohl er sich am ende seiner Kräfte in der letzten Runde kurz vor Start/Ziel noch überrunden liess, um nicht noch einmal den ganzen Kurs absolvieren zu müssen. Dritter und somit Erster vom Rest wurde Uwe Trummer, der ein mal mehr auf seinem Quervelo brillierte. Da Thomas Kern keinen technischen Defekt hatte und diese Rundfahrt mit drei weiteren auf dem vierten Platz beendete, konnte ihm auch sein Gegenspieler Stefan Hess nicht mehr gefährlich werden und er wurde mit 580 Punkten Gesamtsieger des Grand Prix de Luxe 07/08 und gewann eine F18 von Freitag.

Für unsere Gäste aus Leipzig hatten wir uns etwas Spezielles ausgedacht und verliehen zum ersten mal einen Preis für die weiteste Anreise zu einem Parkmassaker: Die von formlabor produzierten Banner der saisonalen Plakat-Illus auf Stamoid, auch bekannt als Lastwagen-Blache, liessen die Augen der vier Freunde noch bis spät in den Abend leuchten. Frank Patitz, der ja auch aus der selben Gegend stammt, aber geschäftlich eben bereits in Basel war, bekam als kleine Aufmerksamkeit, und um das Schmollen in seinem Gesicht zu tilgen, einen wunderschönen BMX-Helm in blau-metallic von Bell, den uns Leo von Wheelhouse grosszügig überlassen hatte. Schlussendlich waren aber alle zufrieden, auch wenn Transa, durch die unerwarteten Wechsel in der Führungsetage und die damit verbundenen Turbulenzen, vergessen hatte uns Becher mitzugeben; an diesem schon fast heissen Tag war wohl eh kaum jemand auf den Glühwein scharf, den wir diesmal gerne gegen Eistee eingetauscht hätten.

Wir danken ein mal mehr allen Teilnehmern, Zuschauern, Sponsoren, vorallem Biroma, Backyard, flamme rouge, Wheelhouse, Turbinenbräu, formlabor bzw. Farbwexler, Transa, JWT, und Freitag, den Fotografen, Freunden, Helfern und Kru-Mitgliedern für ihren erneuten und überdurchschnittlichen Einsatz, ganz besonders unserem Siebdruck-Zentrum Chris Hart, und wünschen einen schönen und amüsanten Sommer.

Eure Parkmassaker-Kru Zürich