Grand Prix Deluxe Serie Grand Prix Deluxe Trikot Sponsoren Logo
Home

PM Basel
PM Zürich > PARKMASSAKER > SEASON 07/08 > MYSTERYPARK > REVIEW

Mysterypark-Massaker

27.01.2007

Das neue Parkmassaker-Jahr wurde von der Kru Zürich und 26 weiteren Begeisterten des etwas anderen Radsports mit dem Mysterypark-Massaker begonnen, dessen Plakat von Marc Droz gestaltet wurde und das oberhalb der ETH-Irchel stattgefunden hat, von wo man einen grossartigen Ausblick, von den Alpen bis zum Flughafen, geniessen konnte.

Uns war schon lange bewusst, dass einige unserer Teilnehmer wohl den einen oder anderen Vogel haben, dass er aber so zutraulich ist, hätten wir uns vorher auch nie vorstellen können. Er begrüsste alle Teilnehmer herzlich und liess sich auch nicht von anwesenden Hunden beunruhigen, im Gegenteil, neugierig und leicht argwöhnisch verfolgte er jeden unserer Schritte und wunderte sich wohl, was wir in seinem Territorium zu suchen hatten.

Die Streckenführung wurde diesmal von Markus bestimmt und deshalb bitten wir alle, die sich noch nachträglich dazu äussern möchten, sich beim nächsten Anlass direkt an ihn zu wenden. Wir finden natürlich, dass der Rundkurs des Mysterypark-Massakers allen die Möglichkeit bot, endlich ein mal ihre Stärken ausspielen und ihre Schwächen kennenlernen zu können und deshalb völlig passend war.

Nach dem kurzen Le-Mans-Sprint über einen mit Kies belegten Platz ging es zu einem der ältesten Singletrails auf Zürcher Stadtgebiet, der schon vom Pizzacup-Gründungsvater und VeloZüri-Chef Chrigel Braun bei seiner Ankunft vor 20 Jahren befahren wurde. Danach führte die Strecke in eine rutschige Linkskurve, die mit viel Vorsicht und Gespür in Angriff genommen werden wollte, weil sich sonst sehr schnell Zentrifugal- und Schwerkraft gegenseitig aufzuheben drohten.

Darauf folgte ein unbarmherziger Anstieg über einen ungepflegten, von Maulwurfshügeln durchzogenen und mit vergandetem Gras bedeckten Acker, der die Teilnehmer im Lauf der Rundfahrt zur angewandten Trigonometrie anregte: Ist man wohl wirklich schneller, wenn man, anstatt auf dem optisch kürzeren Weg zu Fuss den ruppigen Hang zu bezwingen, erst quer zur eigentlichen Fahrtrichtung den Acker verlässt, um dann auf dem daneben liegenden Weg, der somit eine längere Strecke bedeutet, dafür aber asphaltiert ist, die selben Höhenmeter zu überwinden, indem man zwar fahren kann, dafür die ursprüngliche Strecke erst wieder in einem Winkel von ungefär 30° erreicht? Wir wissen es nicht und es ist uns auch völlig egal.

Oben angekommen befanden sich die Teilnehmer wieder auf der Start-Plattform, da sich der Rundkurs wie eine offene Acht (oder eine geschnürte Null) um und über den Hügel zog, so dass sich alle, kaum waren sie an den zahlreichen Zuschauern vorbeigekommen, zu denen auch wieder der Vogel gehörte, gleich durch das Nadelöhr in die Tiefe stürzen mussten. Zu unser aller Überraschung machte dabei Roland Brümmer, der Gründer von No-Way, dessen Erscheinen uns allen eine grosse Ehre ist, eine besonders gute Falle.

Auf die rasante Abfahrt folgte ein gemütlicher und gemässigter Aufstieg neben dem mit einem allgemeinen Fahrverbot belegten Fussgängerweg, so dass weder Spaziergänger, Jogger, Hündeler noch die anwesende Polizei etwas zu beanstanden gehabt hätte. So kamen die Teilnehmer ein zweites mal hoch zur Start-Plattform, diesmal aber am Ende der Runde und einige zum Schluss auch deutlich am Ende ihrer Kräfte.

Der Start verlief relativ ruhig, auch wenn Corsin Caluori, der diese Saison zum ersten mal eine Nummer löste, der Kru aber ein altbekanntes Gesicht ist, offensichtlich am schnellsten von Fleck kam. Er beendete diese Rundfahrt nach harten Positionskämpfen auf dem dritten Platz. Uwe Trummer, der beim Lunapark-Massaker Erster wurde, musste leider seiner Mode und Eitelkeit Tribut zollen, weil er in der Abfahrt auf dem Singletrail mit seinen Shorts am Sattel so hängen blieb, dass er beim Ausfsteig mehr einer mit Stofffetzen dekorierten Vogelscheuche glich wie einem ambitionierten Querfahrer. Er verlor durch dieses Manöver fast zehn Plätze, die er leider trotz aller Anstrengung bis zum Ende nicht mehr wett machen konnte.

Thomas Kern, mit 500 Punkten der Führende des Grand Prix de Luxe und der PM-National-Wertung, kam sichtlich gezeichnet an vierter Stelle ins Ziel. Auf den zweiten Platz schaffte es mit viel Ausdauer und Hartnäckigkeit Lukas Zwicky, der auch schon beim Technopark-Massaker diesen Podest-Platz erreicht hatte. Als Erster kam, mit einem milden Lächeln auf dem Gesicht, dass die von den Strapazen gezeichneten Antlitze der andern Fahrer wie Fratzen aus der Vorhölle erscheinen liess, Reto Wälchli über den Schlussstrich und wurde seinem übermenschlichen Ruf wieder ein mal mehr als nur gerecht. Er ist und bleibt der Einzige, der den Grand Prix de Luxe in den Jahren 04/05, 05/06 und 06/07 drei mal in Folge gewonnen hatte: Ein wahrer Parkmassaker-Hattrick, sozusagen...

Anschliessend wurde wie immer gegessen und getrunken und bei der Siegerehrung war von den vorgänglichen Rivalitäten überhaupt nichts mehr zu spüren und alle liessen mit einem Schmunzeln die letzte Stunde noch mal Revue passieren. Wir möchten Fabian Eggimann für die Hilfe bei den Mug-Shots und Timon Schüpfer für das Schwingen der Start- und Ziel-Flagge danken. Ebenso natürlich allen Fotografen, die uns ihre Bilder grosszügig für die Galerie zur Verfügung gestellt haben.

Besonders erwähnen möchten wir auch, dass wir noch nie an einer Rundfahrt ein Altersgefälle wie am Mysterypark-Massaker erlebt haben: Der älteste Teilnehmer war mit Baujahr '59 Daniel Boschung, ein Mann mit einem ausgezeichneten Auge und einem sehr grossen Herzen, und Joni Geissberger, der gerade mal 14 Jahre alt ist. Rein biologisch sind das zwei Generationen Unterschied, rein emotional wohl nicht mal eine Halbe...

Wie immer vielen Dank auch an die Bäckerei Jung, Airflow, Transa, Biroma, Backyard, flamme rouge, Wheelhouse, Turbinenbräu, Farbwexler und an unsere Kru-Mitglieder sowie an den CEO der Sektion Basel, die entgegen negativen Gerüchten die Parkmassaker-Serie am Rhein jetzt doch weiterführen wird.

Wir lieben euch alle.

Eure Parkmassaker-Kru Zürich