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27.12.09

Normalerweise tauchen ja zwischen Weihnachten und Neujahr eher mässig viele Leute zu dem traditionellen Feiertags-Parkmassaker auf, dies hat uns wenigstens die Statistik der letzten sieben Jahre gelehrt, diesmal haben sich aber tatsächlich ganze 19 Personen eine Startnummer abgeholt und als erstes der aus Basel angereiste Frank Hillger, der genau zur Operation Tundra in den Stand der frischgebackenen Väter erhoben wurde und diesmal seinen 36. Geburtstag mit uns zelebrierte.

Als die PM-Kru am Tag zuvor den Kurs noch mal inspizierte, war der Untergrund steinhart gefroren und es versprach deshalb eine strenge aber schnelle Runde zu werden, an diesem morgen aber überraschte uns das Wetter mit Sonnenschein und äusserst milden Temperaturen, was den zahlreich erschienenen Zuschauern sicher zu Gute kam, die Fahrer aber alle in Fangopackungs-Vertreter zu verwandeln versprach...

Bereits in der ersten Runde purzelten vereinzelte Piloten in der Abfahrt von ihren Rädern bzw. versuchten mit Grazie und Anmut nach vorne über den Lenker abzusteigen, was aber weniger an Eiskunstläuferinnen in der Kür sondern mehr an Schildkröten auf dem Rücken erinnerte. Deshalb wurde die erste Runde neutralisiert um allen Teilnehmern faire Chancen einzuräumen, wenn aber der Kurs sich auf einem solch hohen technischen Niveau wie dieser befindet, dann kommen die Unterschiede im fahrerischen Können der einzelnen Teilnehmer viel mehr zu tragen, so dass auch das Feld ziemlich schnell auseinander gerissen wurde, was in der zweiten bzw. sechsten Runde zu massiven Überrundungen führte, da die Spitze das Rumpel-Karussell von hinten aufzurollen begann.

So teilen sich bis zu 4 Leute den selben Schlussrang, wie immer in alphabetischer Reihenfolge und nicht nach effektiver Position innerhalb ihres Schlussrangs (Deshalb, lieber Christoph, denn bei 10 Punkten pro gefahrene Runde spielt es auch keine Rolle, ob du vor oder hinter dem Kollegen warst, wenn die Spitze an dir vorbeidüst und dich auf die Ränge verweist). Wer Fragen zu unserem Punktesystem hat darf gerne hier nachlesen oder sich vertraulich an einen unserer Mitarbeiter wenden.

Die Führung an der Spitze der Fluchtgruppe variierte und nachdem erst Uwe Trummer bis in die vierte Runde ziemlich resolut den Ton angab, wurde er durch ein plattes Vorderrad in seinem Siegeszug gebremst und musste seinen Kontrahenten Stefan Hess, Fabian Eggimann und Thomas Kern freie Fahrt gewähren. Der eben gerade ausgeschiedene Reto Clerici stellte ihm aber selbstlos sein Vorderrad zur Verfügung und nachdem Uwe dieses mit Pit-Stop-tauglicher Routine gewechselt hatte begann er eine unerbittliche Aufholjagd über 5 verlorene Positionen.

Inzwischen übernahm Fabian Eggimann für zwei Runden die Führung der Fluchtgruppe, gefolgt von einem etwas verbissen wirkenden Stefan Hess, der sich wohl wirklich ganz fest in den Kopf gesetzt hatte, diese Rundfahrt unbedingt für sich zu entscheiden, nachdem er bei der Operation Tundra "nur" Dritter geworden war. Fabian, eigentlich für sein technisch versiertes Fahren und die gute Kondition bekannt, hatte sich wohl am Abend zuvor in seinem privaten Tanzkurs etwas zu sehr verausgabt, so dass er die Spitze an Stefan abgeben und sich nach hinten absichern musste, wo Thomas Kern weiterhin auf Kurs für einen Podestplatz war und mit wirbelnden Beinen locker vor sich hin kurbelte.

Niemand hatte aber mit der an Selbstkasteiung grenzenden Disziplin von Uwe gerechnet, der sich, zwar sichtlich von den Strapazen gezeichnet, aber immer noch flott unterwegs, von hinten an die drei anschlich und Thomas vom Podest verdrängte, indem er zum Schluss wirklich noch Dritter wurde. So haben Stefan und Uwe im Vergleich zur letzten Rundfahrt eine grosse Podest-Rochade gemacht (eine kleine Rochade wäre Platz 1 und 2 zu tauschen, Anm. d. Red.) und sind aufgrund der Umstände punktgleich an der Spitze des aktuellen GPDL zu finden.

Für Thomas Kern hat es diesmal leider nicht mehr an den Gabentisch gereicht, dafür ist ihm mit seiner Nebenbeschäftigung zurzeit aller Erfolg beschert. Gerne würden wir öfters und vermehrt auf die Hobbys und Tätigkeiten unserer Teilnehmer verweisen, da sich auch schon unter den Parkmassakriegern arbeitsame Synergien gebildet haben, wenn die rechte Hand erfahren hat was die linke auch noch sonst so macht. Das Ganze hat mehr Wert wie die Summe seiner Einzelteile? Ja, wir glauben wirklich fest daran, sonst würden wir schon lange keine Parkmassaker mehr machen.

So wurde Stefan Hess zum ersten Mal seit seiner Teilnahme bei den Parkmassakern Erster, Fabian, der den Kurs entgegen der allgemeinen Meinung wirklich vorher noch nicht kannte, Zweiter und Uwe Trummer Dritter, der das Leader-Trikot behält und beim nächsten mal nun gegen Stefan verteidigen muss. Auch die Preise fanden so dankbare Abnehmer und wie immer möchten wir auf unsere Sponsoren hinweisen, die uns weiterhin grosszügig und unkompliziert unterstützen. Besonderer Dank gilt diesmal Chris Hart, der uns einen kleinen Amateur-Film zum Anlass zur Verfügung stellte und natürlich allen Teilnehmern, Zuschauern und Helfern, ohne die diese ganze Übung gar nie zustande käme.

Als um drei Uhr der Nebel aufzog und es langsam wieder mehr als nur kühl wurde waren auch die letzten Croissants am Buffet verschwunden und es wurde Zeit zusammenzupacken. Müde aber zufrieden zogen wir ab und liessen den Tag noch mal kurz Revue passieren mit dem Wissen, das die nächste Rundfahrt nicht ganz so anspruchsvoll wird, was die Topographie der Strecke betrifft, dafür aber extrem schnell und darum fast genau so gnadenlos sein kann...

Bis dann und fahrt vorsichtig.

Eure Parkmassaker-Kru Zürich